Mittwoch, 7. August 2013

Sehr angenehm, nur nicht für die Augen.

Die letzten Tage waren wir zwei mal am FKK Strand.  Ich war zum ersten mal überhaupt nackt in der Öffentlichkeit, muss aber sagen, ist halb so schlimm wenn alle andern auch nackig sind. Im Sportunterricht die Jogginghose verlieren ist bei weitem peinlicher.
Es ist eher so das man sich deplatziert vorkommt solange man angezogen ist.
Und für die Kids macht das alles keinen Unterschied. Die Frage ob sie nackt oder mit Badehose an den Strand wollen stellt sich erst gar nicht. Eine Warnung: Seine vier Buchstaben und sonstige schneeweiße Körperteile sollten mit einer dicken Schicht Sonnencreme versehen werden. Sonst hat man im Handumdrehen Ähnlichkeit mit einem Pavian. Von hinten, versteht sich.
Beherzigt man diesen Rat ist der Aufenthalt am Strand sehr angenehm.

Die Kehrseite der Freien Körper Kultur aber ist der eine oder andere Anblick den die Teenager von heute als "Netzhautpeitsche" bezeichnen. Und gerade diese Gestalten ziehen meine Blicke immer wieder wie magisch an.
Klar,  nackte Supermodels in diversen Posen kennt man von Youporn oder sonstigen Seiten im Internet. Das ist nichts Neues. Die Gruselkabinette im Internet klickt man nicht an,  so einfach ist das.
Am Strand wiederum hat man keinen Filter. Da brennt sich der Anblick von gealterten Vierteltonnern mit Zellulitis wie Hagelschlag direkt ins Gehirn ein.
Und falls man mal eine Attraktion übersieht wird man vom Handtuchnachbarn bestimmt darauf aufmerksam gemacht - vielen Dank an René ;)
Auch die männlichen Gegenstücke geben keinen Anlass zur Freude.
Hier fällt mir nur der Vergleich mit dem Seil und den Glocken ein.

Das Beängstigende daran ist, das man schonungslos vor Augen geführt bekommt wo man selber mal Endet. Als Mittdreißiger ist man nicht mehr allzuweit davon entfernt...

Aber zurück zum Zeltplatz.
Hier hat sich was getan bei den unmittelbaren Platznachbarn.
Gegenüber hausen jetzt Gäste aus Bad Homburg. Die Eltern schlafen im Familienbus, die Kids - zehn bis vierzehn - im Zelt. Die morgendlichen Begrüßungsformeln reichen von Penner bis Hodensack, und wie die Mutter lautstark mitteilte hat das Innere des Zelts starke Ähnlichkeit mit einer Schweinezuchtanstalt. Der Mittlere trägt vorzugsweise Bademantel oder - wie Justin Bieber - Feinripp Trägershirts um seine kaum vorhandenen Muskeln zur Schau zu stellen.  Wenn ich den Namen erraten sollte würde ich auf Justin,  Kevin oder Jeremy - Pascal tippen.
Auch die Mutter leistet sich den einen oder anderen modischen Fauxpas indem sie in Baumwollhotpants ihre mindestens vierzig Jahre alten Beine zur Schau trägt, deren Oberfläche zuerst an einen Golfball erinnern.

Die Spaßlosen rechts daneben haben gestern ihre Burg verlassen um am gesellschaftlichen Leben auf dem Platz teilzunehmen. Es gab Livemusik und Cocktails, Lagerfeuer und eine verrückte alte Dame die,  unter anderem,  den Sänger mit Körpereinsatz vom Mikrofon wegdrängte. Wer sich weigerte mit ihr auf die Tanzflächen zu kommen musste körperliche Repressalien befürchten. Antje konnte es am eigenen Leib erfahren ^_^.
Für die Spaßlosen war allerdings um halb zehn Schluß. Zu viel Spaß verdirbt den Charakter.

Die andern Nachbarn sind leider unauffällig aber dafür freundlich.

Mehr gibt es derzeit von der Front nicht zu berichten.



Sonntag, 4. August 2013

Endlich Urlaub!

Nach acht Stunden Fahrt sind wir endlich an der Ostsee angekommen.
Keine Ahnung warum die Baustellen immer in den Ferien Hochkonjunktur haben müssen .

Andererseits war die Fahrt angenehmer als befürchtet. Kein praller Sonnenschein sondern leichte Bewölkung und sogar hier und da ein paar Tropfen Regen.
Klimaanlage ginge zwar auch,  endet aber all zu oft in einer Schnupfennase oder gar Erkältung.

Der Aufbau des Lagers ging, dank unserer Freunde,  zügig und problemlos.
Antje und René fahren fast jedes Jahr zum Camping und ihre routinierte Ruhe scheint auch auf uns abzufärben. Bruno, der Sohn der Beiden,  kennt den Platz und die Umgebung schon auswendig und kümmert sich um unsere Tochter Anabelle.
Den beiden wird so schnell nicht langweilig werden.

Und auch für uns erwachsene Menschen wird einiges geboten. 
Zuallererst mal die Zeltnachbarn. Das Pärchen gegenüber, beide Mitte zwanzig, leben in einer Hundehütte von Zelt. Zwei Mann - aufeinander.  Heute haben sie gekocht. Spaghetti, auf dem Gaskocher. Alles kein Problem solange man beim abgießen des Nudelwassers nicht zwei Drittel der Nudeln mit in den Ausguss schüttet. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, haben sie die heraus gefallenen Spaghetti danach wieder in den Topf geschaufelt.  Na dann Mahlzeit.

Hinter unseren Zelt haben sich zwei Polen niedergelassen. Denen ist um elf Uhr abends eingefallen das sie ihr Zelt ja noch aufbauen müssen!
Bin mal gespannt wie das morgen bei Tageslicht aussieht.

Weiter vorne am Platz wohnt die Party-Fraktion. Da sieht es aus wie bei Rock am Ring - the day after. Der Platzwart wird da wohl öfter vorbeischauen.

Hätte ich fast vergessen: Die Familie von schräg gegenüber. Er, Mitte dreißig, sie auch, und eine kleine Tochter. Der Mann hat so weiße Zähne das ich für ein Gespräch mit ihm wahrscheinlich eine Sonnenbrille brauche. Ich tippe mal auf Zahnarzt. Sie ist eher der unauffällige Typ. Die kleine hat einen Arm in Gips und trotzdem Spaß, wie alle Kinder hier.

Auf dem anderen Platz schräg gegenüber hat ein älteres Ehepaar ihr Reich gleich mal mit einem Sichtschutz gegen alle anderen abgegrenzt. Bei unsrer Ankunft haben sie aber zumindest mal abschätzig, aber seehhr unauffällig, herübergeschaut. Ich kann mich täuschen aber die beiden kommen mir so vor als würden sie auch gegen Kindergärten klagen...

Aber alles in allem ist es vom ersten Eindruck her sehr schön hier.

Soweit soll es das erst mal gewesen sein für heute.
Ab in die Heija und morgen ganz früh an den Strand.

8-)

4.8.13 23:30